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lvh bringt Reformvorschläge für Wirtschaftsförderung ein

02 September, 2014 | News

Prozessabläufe sollen vereinfacht, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes gestärkt und eine azyklische Förderpolitik eingeführt werden. So lautet der Vorschlag des Wirtschaftsverbandes für Handwerk und Dienstleister, um das Wirtschaftswachstum in Südtirol wieder anzutreiben, vor allem aber Handwerkbetrieben ihre Investitionsentscheidungen zu erleichtern.

Eine Online-Umfrage des lvh zum Thema Wirtschaftsförderung hat es bestätigt: Ein Großteil der Südtiroler Handwerksbetriebe hat bisher Landesförderungen in Anspruch genommen, um Investitionen zu tätigen sprich neue Maschinen, technische Geräte und Betriebsausstattungen zu kaufen. Der von der Landesregierung beschlossene Förderstopp hat den Wirtschaftsmotor allerdings zum Stottern gebracht: 43 Prozent der Befragten erklärten, mit Investitionen abwarten zu wollen. „Diese Entscheidung ist für mich als Unternehmer gut nachvollziehbar: Jeder Investition gehen zahlreiche strategische Gedanken voraus wie Nachhaltigkeit, Sicherheit, Wachstum und sozioökonomische Überlegungen.

Die bisherigen Kapitalbeiträge haben sich in der Vergangenheit vor allem bei kleineren Investitionssummen als effizientes Förderinstrument bewiesen“, unterstreicht der Präsident des Wirtschaftsverbandes für Handwerk und Dienstleister Gert Lanz. In diesem Sinne schlägt der lvh vor, den Kapitalbeitrag beizubehalten für Investitionsgüter, welche einer Ausschreibung unterworfen sind bis zu maximal 100.000 Euro, für Beratungsleistungen, welche zur Professionalisierung der Betriebe beitragen und für Mentoringprogramme, die Betriebe im Bereich Marktbearbeitung, technischem Support und Innovation unterstützen.
Geldmittel in Form von Kapitalbeiträgen seien vor allem auch für Start-up-Unternehmen notwendig. „Zahlen aus dem Ausland bestätigen, dass gerade Neugründer zahlreiche Arbeitsplätze schaffen und Wirtschaftswachstum garantieren. Die Förderungen für junge Unternehmer könnten an gezielte Programme oder themenbezogen gebunden werden und sich über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren erstrecken“, erklärt Lanz.

Für größere und langfristigere Investitionen könnte laut lvh der Rotationsfonds zu einem effizienten Förderinstrument entwickelt werden. Priorität müssten auch die Garantiegenossenschaften haben. „Da die Vergabe von Krediten von Seiten der Banken immer restriktiver geregelt ist, sollten die Garantiegenossenschaften weiter gestärkt werden und eventuell auch Garantien für Sonderprogramme zulassen“, so Lanz.

Verbessern und vereinfachen müssten sich auf alle Fälle die Prozessabläufe der Beitragsgesuche. Damit Betriebe Förderbeiträge effektiv nutzen, müssen sie zum einen besser aufgeklärt und informiert werden und zum anderen einfachere Teilnahmekriterien vorfinden. „Wenn in Südtirol wieder Platz für Wachstum, Weiterentwicklung und Beschäftigung geschaffen werden soll, sind Förderungen und einfachere bürokratische Wege absolut erforderlich. Die Landesregierung ist aufgefordert, die zukünftige Wirtschaftsförderung nicht nur auf die Schwerpunkte Innovation und Internationalisierung zu legen, sondern vorwiegend den heimischen Markt zu stärken. Südtirol ist und bleibt schließlich unser wichtigster wirtschaftlicher Markt und Arbeitgeber“, ist Lanz überzeugt. Das der Landesregierung zugesandte Positionspapier enthält darüber hinaus Vorschläge zur Förderung von Arbeitssicherheitskursen, zur Förderung von energieeinsparenden Maßnahmen, Kooperationen und Innovationen als auch Überlegungen, wie Nahversorgerbetriebe und traditionelle Berufe unterstützt werden können.