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lvh - Zivilprozesse in Italien im Schneckentempo

03 September, 2014 | News

Mehr als drei Jahre warten Unternehmen in Italien durchschnittlich auf die Rechtsprechung in einem Zivilprozess. Sieben Jahre dauert es bei Konkursverfahren. „Für die Unternehmenstätigkeit und die Entwicklungsvoraussetzungen eines Staates ist eine effizientere Prozessabwicklung unbedingt notwendig “, so lvh-Präsident Gert Lanz.

Italienische Unternehmen sind bereits in Geduld geübt, wenn es um die Rechtsprechung in einem Zivilprozess geht. Sage und schreibe 1.185 Tage warten ist angesagt, bis die italienische Justiz zu einem rechtkräftigen Urteil gelangt. Während Italien nur von Griechenland mit 1.300 Tagen Wartezeit übertroffen wird, sind im restlichen Europa nur 544 Tage notwendig.

„Bei diesem Tempo geht nicht nur sehr viel wertvolle Zeit, sondern auch sehr viel Geld verloren“, unterstreicht lvh-Präsident Gert Lanz. Die Rede ist von insgesamt 1.032 Millionen Euro jährlich. Der Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister fordert gemeinsam mit dem Dachverband Confartigianato ein effizienteres Justizsystem und klare Prozessregeln. „Die EU klopft Italien nicht unberechtigt auf die Finger: eine zügige, kostengünstige und professionelle Abwicklung von Zivilverfahren ist unbedingt erforderlich, um das Vertrauen der Bürger und der Wirtschaftstreibenden zurückzugewinnen“, bekräftigt Lanz.

Eine noch längere Wartezeit ist im Stiefelstaat für Konkursverfahren vorgesehen. Hier werden 2.566 Tage (sieben Jahre) für ein Rechtsurteil benötigt. Dementsprechend hoch ist in Italien auch die Anzahl der Anwälte: auf 100.000 Einwohner gibt es 379 Anwälte. Mit 226.200 italienischen Anwälten übertreffen diese mit 4,2 Prozent die Anzahl der Juristen in Deutschland und Frankreich zusammen. „Italiens schwerfälliges und rechtsunsicheres Justizsystem stellt bereits eine chronische Erkrankung dar, das seit geraumer Zeit die Wirtschaft behindert. Es ist an der Zeit, dass sich die Regierung endlich der Diagnose stellt und einen erfolgversprechenden Heilungsprozess einleitet“, so der Verbandspräsident.