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Am Mittwoch 8. März 2017 nahmen rund 100 Interessierte an einer Informationsveranstaltung über die Digitalisierung der Außenhandelsdokumente in der Handelskammer Bozen teil. Der telematische Dienst bedeutet für die Unternehmen eine große Zeitersparnis und ist ein wichtiger Schritt in die digitale Zukunft, denn zuvor mussten alle Dokumente noch händisch in der Handelskammer gestempelt werden.

Der Export in Südtirol legt konstant zu und mit ihm auch die Nachfrage nach beglaubigten Außenhandelsdokumenten in der Handelskammer Bozen. Stellte diese im Jahr 2014 noch etwas mehr als 16.000 Außenhandelsdokumente für Südtiroler Exporteure aus, so sind es mittlerweile rund 37.000.

Mittels einer eigens entwickelten Software können die Anträge für Ursprungszeugnisse und Außenhandelsdokumente bequem vom Unternehmen aus auf telematischem Wege verschickt werden. Auch die Bezahlung erfolgt elektronisch. Im Jahr 2016 wurden fast zwei Drittel der 11.200 bei der Handelskammer angeforderten Ursprungszeugnisse über die Software beantragt. Von den rund 25.800 Sichtvermerken haben die Südtiroler Exporteure beinahe die Hälfte telematisch angefordert.

Bereits an die 100 Südtiroler Unternehmen sind auf den digitalen Dienst umgestiegen, darunter auch die Rittner Firma A. Loacker AG: „Wir haben die Erstellung der Zolldokumente automatisiert und dabei mit Hilfe der Handelskammer auch die Ursprungszeugnisse mit einbezogen. Dadurch ist es gelungen, unsere Arbeitsprozesse wesentlich zu erleichtern“, sagt Dietmar Larcher, International Sales Administration Manager beim Süßwarenhersteller Loacker.

Auch die Spedition Brigl AG aus Bozen nutzt die Software zum elektronischen Versand der Außenhandelsdokumente. Antonio Andreano, der Verantwortliche der Abteilung Zoll und Intrastat in der Meraner Filiale des Unternehmens sagt: „Wir exportieren Südtiroler Äpfel unter anderem nach Südamerika, Afrika und in den Nahen Osten. Dort gilt es zahlreiche Bestimmungen einzuhalten. Für uns ist der zeitliche und administrative Aufwand durch die Digitalisierung der Außenhandelsdokumente um ein Vielfaches gesunken, auch dank der kompetenten Unterstützung durch die Handelskammer.“

Künftig soll nicht nur der Antrag sondern auch die Ausgabe der Außenhandelsdokumente elektronisch erfolgen. Ziel der Handelskammer ist es, 90 Prozent der Anträge für Exportdokumente telematisch abzuwickeln, wie es bereits in Österreich und Deutschland der Fall ist. Italienweit hat Südtirol bereits jetzt eine Vorreiterrolle in diesem Bereich inne.