DrogenAnlaufstelle für verzweifelte Angehörige bietet kostenlose Beratung 

Es passiert vielen Eltern jugendlicher Kinder: Schleichend oder auf einmal stellen sie fest, dass ihr eigener Sohn oder ihre Tochter sich verändert hat. Nicht selten sind sog. psychoaktive Substanzen daran schuld, im Alltag meist Cannabis („Kiffen“) oder Pillen, die für kurze Zeit eine Flucht aus der realen Welt vorgaukeln. Die Angehörigen sind meist ratlos: Zu den Zweifeln gesellen sich Vorwürfe, Fragen und Ratlosigkeit, aber auch eine zunehmende soziale Isolation. Der Dienst für Abhängigkeiten im Gesundheitsbezirk Meran versucht, zusammen mit der Vereinigung „La Strada – Der Weg“, diese Situationen aufzufangen: In kostenlosen und anonymen Selbsthilfetreffen werden Angehörige professionell informiert und können sich unverbindlich miteinander austauschen.

„Natürlich bieten wir den Eltern weiterhin Einzel- und Familiengespräche an“, erklärt Dr.in Sabina Sbarufatti vom Dienst für Abhängigkeiten in Meran. „Doch sehr oft hilft es den Angehörigen enorm, wenn sie sich mit anderen Betroffenen austauschen können, wenn sie sehen, sie stehen mit ihren Problemen nicht alleine da. Gleichzeitig ist eine professionelle Betreuung durch eine erfahrene Psychologin immer garantiert.“ Auch Angst vor einem „Outing“ braucht niemand zu haben: Die Treffen finden außerhalb des Dienstsitzes, an einem neutralen Ort, in völliger Anonymität und Vertraulichkeit statt.

Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass dieses Angebot sehr gerne von den Angehörigen angenommen wird. Zweimal monatlich nutzen Eltern/Personen aller Herkunftsschichten und aus verschiedenen Gegenden des Einzugsgebietes die spezifische Beratung, Unterstützung, Informationsvermittlung und Mediationstätigkeit – aber auch einfach das Sich-Austauschen mit anderen Betroffenen am Meraner Treffpunkt.

„Drogenkonsumenten – dabei geht es beileibe nicht nur um ‚harte‘ Drogen, sondern dazu zählt z.B. auch der Schüler, der sich am Freitagabend ‚ins Wochenende kifft‘ – brauchen informierte Eltern und Angehörige“, bringt es Dr.in Sbarufatti auf den Punkt. „Es ist uns deshalb wichtig, dass so viele Eltern wie möglich über dieses Angebot Bescheid wissen, da wir die Erfahrung gemacht haben, dass Angehörige oft schlicht und einfach nicht wissen, an wen sie sich wenden können.“

Informationen:

  • Dienst für Abhängigkeiten im Gesundheitsbezirk Meran, Tel. 0473 251 760

  • „La Strada – Der Weg“, Tel. 0471 203 111

  • Dr.in Veronika Rottensteiner (für Gruppen in deutscher Sprache), Tel. 331 6521 849

  • Dr.in Cristina Mitta (für Gruppen in italienischer Sprache, derzeit nur in Bozen), Tel. 331 6793 980

  • Dr.in Marina Bruccoleri („La Strada – Der Weg“), Tel. 348 2810 662