Alcolock in Italien: Wer es installieren muss, Kosten und Wissenswertes

Alcolock in Italien seit 24. Februar 2026 in Kraft

by Radio Sonnenschein
Alcolock in Italien seit 24. Februar 2026 in Kraft

Alcolock in Italien seit 24. Februar 2026 in Kraft


Alcolock in Italen seit 24. Februar 2026 in Kraft: Wer es installieren muss, Kosten und Wissenswertes

Die Pflicht zur Installation eines Alcolocks in Autos von Personen, die wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt wurden, tritt nun offiziell in die praktische Phase ein. Über fünfzehn Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes hat das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr auf dem Portal des Autofahrers die Liste der zugelassenen Geräte, Händler und autorisierten Werkstätten veröffentlicht, wodurch die Maßnahme vollumfänglich anwendbar wird. Der Alcolock, technisch als Ignition Interlock Device (IID) bezeichnet, ist ein elektronisches Gerät, das im Fahrzeug installiert wird und den Motorstart verhindert, wenn der Fahrer einen Atemalkoholtest nicht besteht. Bevor der Schlüssel gedreht oder das Startsystem aktiviert wird, muss der Fahrer in ein Einwegmundstück blasen, das mit dem Gerät verbunden ist: Wird auch nur eine minimale Alkoholspur festgestellt, startet der Motor nicht. Das Prinzip ist einfach: Nur ein Blutalkoholwert von null erlaubt das Losfahren. Das System, das für bestimmte Fahrergruppen verpflichtend ist, soll Rückfälle in das Fahren unter Alkoholeinfluss verhindern und das Risiko von alkoholbedingten Verkehrsunfällen reduzieren.


Pflicht und Dauer

Der Alcolock betrifft nicht alle Autofahrer. Die Pflicht gilt ausschließlich für Personen, die rechtskräftig wegen Trunkenheit am Steuer mit einem Blutalkoholwert über 0,8 Gramm pro Liter verurteilt wurden. In diesen Fällen ordnet der Richter oder Präfekt nach der Führerscheinsperre die Installation des Geräts als notwendige Bedingung für die Wiederaufnahme des Fahrens an. Die Dauer der verpflichtenden Nutzung hängt von der Schwere des Verstoßes ab:

  • Zwei Jahre für Fahrer mit einem Wert zwischen 0,8 und 1,5 g/l

  • Mindestens drei Jahre für Fahrer über 1,5 g/l, mit der Möglichkeit zusätzlicher restriktiver Auflagen durch die lokale medizinische Kommission

Während dieser Zeit darf das Fahrzeug nur genutzt werden, wenn ein funktionierender Alcolock installiert ist. Wer ohne Gerät fährt oder ein manipuliertes bzw. ineffizientes System nutzt, riskiert Bußgelder und eine weitere Führerscheinsperre.


Veröffentlichung der Geräte und autorisierten Werkstätten

Der entscheidende Schritt zur praktischen Umsetzung ist die Veröffentlichung der offiziellen Liste der zugelassenen Modelle und autorisierten Werkstätten auf dem Portal des Autofahrers. Dies ist eine unverzichtbare Voraussetzung, damit die Vorschrift praktisch angewendet werden kann.
Zu den genehmigten Geräten gehören Modelle wie der Breatech Alcolock B1000 und der Zaldy Alcolock, mit spezifischen Angaben zu kompatiblen Fahrzeugen und autorisierten Installateuren. Die Werkstattnetzwerke konzentrieren sich anfänglich vor allem auf große urbane Gebiete und Norditalien, was für Bewohner weniger gut versorgter Regionen logistische Einschränkungen bedeuten kann.


Kosten und Pflichten des Fahrers

Die Installation des Alcolocks trägt vollständig der verpflichtete Fahrer. Die geschätzten Kosten variieren je nach Fahrzeugtyp und den Tarifen der autorisierten Werkstätten und liegen ungefähr zwischen 1.500 und 2.000 Euro für Gerät und Montage. Hinzu kommen Kosten für die Einwegmundstücke für jeden Test, die regelmäßige Kalibrierung des Systems und mögliche außerordentliche Wartungen. Nicht alle Fahrzeuge können mit einem Alcolock ausgestattet werden; ältere Modelle oder Fahrzeuge ohne erforderliche elektronische Schnittstellen sind möglicherweise technisch nicht kompatibel, wodurch die Optionen für betroffene Fahrer weiter eingeschränkt werden.


Strafen bei Verstößen

Wer das Gerät nicht installiert oder nicht korrekt nutzt, muss mit einer Geldstrafe zwischen 158 und 638 Euro rechnen, begleitet von einer Führerscheinsperre von ein bis sechs Monaten. Bei Manipulationen oder Veränderungen des Systems verdoppeln sich die Strafen. Wird der verpflichtete Fahrer erneut betrunken ohne Alcolock am Steuer erwischt, erhöhen sich die Strafen um ein Drittel. Neben den finanziellen Aspekten hat die Einführung des Alcolocks auch praktische Folgen: Das Gerät ist fahrzeuggebunden und nicht fahrerbezogen. Jeder, der dieses Auto benutzt – auch ein Familienmitglied ohne Strafen – muss den Test mit null Promille bestehen, um den Motor starten zu können. Dies beeinflusst die gemeinsame Nutzung des Fahrzeugs und kann im Alltag zu Verzögerungen oder Unannehmlichkeiten führen.

 

Alcolock in Italien seit 24. Februar 2026 in Kraft

Alcolock in Italien seit 24. Februar 2026 in Kraft

 

Brother Cookie is watching you! Hier werden Cookies verwendet. Ist das ok? OK Info

sonnenschein.it