Raika Lana

Caritas Hospizbewegung: „Am Ende zählt der Mensch“

by Radio Sonnenschein

CaritasBei einem Treffen anlässlich des Welthospiztages im Haus der Familie Lichtenstern hat die Caritas Hospizbewegung heute die Rechte von sterbenden Menschen in den Mittelpunkt gerückt. „Es ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft, auf die Bedürfnisse und Rechte von Sterbenden einzugehen und Antworten darauf zu geben“, betonte der Leiter der Hospizbewegung, Günther Rederlechner. Beim Treffen, das unter dem Motto „Am Ende zählt der Mensch“ stand, waren neben den ehrenamtlichen Hospiz-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeitern auch zahlreiche Ehrengäste anwesend; unter ihnen die Sozial- und Gesundheitslandesrätin Martha Stocker, der stellvertretende Pflegedirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes Konrad Tratter und die beiden Caritas-Direktoren Franz Kripp und Paolo Valente.

Der Welthospiztag wird jedes Jahr am zweiten Samstag im Oktober begangen, um auf die Bedürfnisse Sterbender und auf die Situation der Angehörigen aufmerksam machen. Die Hospizbewegung der Südtiroler Caritas hat diesen Tag zum Anlass genommen, um die Rechte und Bedürfnisse schwerkranker und sterbender Menschen in den Mittelpunkt zu rücken. Sie hat dazu heute alle ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter und zahlreiche Ehrengäste zu einem Treffen in das Haus der Familie in Lichtenstern eingeladen, das unter dem Motto „Am Ende zählt der Mensch“ stand. „Den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen heißt, die Wünsche und Bedürfnisse Sterbender zu erkennen und anzuerkennen, damit sie sich in der letzten Lebensphase nicht allein gelassen fühlen“, betonte der Leiter der Caritas Hospizbewegung, Günther Rederlechner.

In diesem Zusammenhang ging Rederlechner auf drei Grundrechte von sterbenden Menschen ein, die im internationalen Kontext von zahlreichen Organisationen und Bewegungen anerkannt werden. Demnach hat jeder Mensch das Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen, auf eine umfassende medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Begleitung sowie auf eine qualifizierte und bei Bedarf multiprofessionelle Behandlung. „Zu einem Sterben in Würde gehört in erster Linie Schmerzlinderung, wobei es nicht nur um körperliche sondern auch um soziale, psychische und spirituelle Schmerzen geht“, erklärte Rederlechner. Qualifizierte Begleitung bedeute, die fachlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass neben der medizinischen Versorgung auch eine angemessene Psychohygiene gewährleistet wird. Außerdem müssten die Fähigkeiten des  interdisziplinären Zusammenspiels durch gezielte Praxisbegleitung durch Supervision, durch Aus- und Weiterbildungen erlernt werden. Allerdings dürfe qualifizierte Begleitung nicht als eine „fachspezialisierte“ Versorgung von Sterbenden verstanden werden. Denn Sterbende gehören nicht nur in die Hand von Spezialisten, sonst bestehe die Gefahr, dass sie vereinsamen. „Es geht darum, ein gemeinsames Verständnis für die Bedürfnisse der Betroffenen zu erlangen und entsprechend diesen Bedürfnissen gemeinsam als Gesellschaft zu handeln“, so Rederlechner.

Ein Bindeglied in der Hospizarbeit sei der Einsatz der ehrenamtlichen Hospiz-Mitarbeiter, welche von der Caritas ausgebildet und begleitet werden. Mit ihren Einsätzen für Sterbende und Trauerende decken sie einen Teil der psychosozialen Begleitung ab. „Sie schenken sterbenden und trauernden Menschen in unserem Land Zeit, Zuwendung und Aufmerksamkeit und bringen damit die so wichtige Menschlichkeit und Wärme in den Alltag der Betroffenen“, betonte auch Sozial- und Gesundheitslandesrätin Martha Stocker.

Die beiden Caritas-Direktoren Paolo Valente und Franz Kripp plädierten dafür, die Hospiz- und Palliativarbeit in bereits bestehenden Strukturen weiter zu entwickeln, damit die Betroffenen sich auch in den Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern ernst genommen und getragen fühlen können. „Palliativ Care und Hospizarbeit brauchen viel Idealismus, Menschlichkeit und vor allem auch finanzielle Unterstützung. Wenn eines davon fehlt, kann Hospizversorgung nicht umfassend angeboten werden“, so Kripp und Valente.

 

Zahlen und Fakten zur Caritas Hospizbewegung

Die Caritas Hospizbewegung setzt sich in Südtirol seit 18 Jahren für ein Sterben in Würde ein. Dafür braucht es neben einer gut organisierten palliativen Betreuung, einer einfühlsamen Hospizbegleitung und einer wertschätzenden Gesellschaft die Unterstützung und Begleitung der Angehörigen. Ziel der Caritas ist es, Bedingungen zu schaffen, die es den Angehörigen sterbenskranker Menschen ermöglichen, die verbleibende Zeit als wertvoll zu erfahren und gemeinsam zu nutzen. Dadurch werden gute Voraussetzungen für ein individuelles Abschiednehmen und eine heilsame Trauerarbeit ermöglicht.

Die Caritas Hospizbewegung bietet im ganzen Land kostenlos qualifizierte Sterbe-, Trauer- und Angehörigenbegleitung an. Die 220 Freiwilligen sind auf diesen Dienst durch eine fundierte Ausbildung vorbereitet u und werden in der Praxis durch Supervision und Weiterbildung unterstützt.

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