Die Straßenzeitung zebra. im Rahmen eines Gratisshops in Brixen vorgestellt

by Radio Sonnenschein

von links Monika Leitner_Philipp Frener_Magdalena Ferdigg_Verena Gschnell_ Ionel Cirpaci_Maria Lobis_Thomas SchrafflAb heute Mittag (10.04.2016) herrschte geschäftiges Treiben in den Brixner Rappanlagen: Bei einem extra aufgebauten Marktstand bot die oew-Organisation für Eine solidarische Welt gut erhaltene Kleider in verschiedenen Größen und Farben gratis zum Mitnehmen an. Sie stellte dabei die neue Straßenzeitung zebra. vor. Die April-Ausgabe steht ganz im Zeichen von Kleidern, dem heurigen oew-Themenschwerpunkt.

zebra. porträtiert in der aktuellen Ausgabe unter anderem den Pusterer Handweber Hermann Kühebacher: „Das, was ich tue, gibt es eigentlich nicht mehr“, sagt er im Interview. Die Gründerin der Winterschule Ulten Waltraud Schwienbacher beziffert den fairen Preis eines handgearbeiteten Wollpullovers auf 600 bis 800 Euro. Der pakistanische Textilunternehmer Munir Karim erzählt hingegen von Druck und Konkurrenz, denen asiatische Textilproduzent*innen ausgesetzt sind: Die Preise werden immer niedriger, die Lieferzeiten immer kürzer. Jedes Jahr werden weltweit rund 80 Milliarden Kleidungsstücke produziert. Ein*e Europäer*in kauft im Durchschnitt 60 Kleidungsstücke. Nur ein Zweihundertstel des Endpreises eines T-Shirts erhalten die Näher*innen in Bangladesch oder China. Den Löwenanteil verdient der Einzelhandel mit fast 60 Prozent. 13 Prozent machen im Durchschnitt der Markenaufschlag und zwölf Prozent die Materialkosten aus.

Interessierte beim Gratis-Laden der oewDer Vorsitzende der oew Philipp Frener kündigte bei der heutigen zebra.Aktion weitere Sensibilisierungsaktionen zum Thema Kleidung an. Allein für die Baumwollproduktion werden ein Viertel der weltweit gehandelten Insektizide und elf Prozent der Pestizide eingesetzt, mehr als für jede andere Pflanze der Welt. Nur jede zweihundertste Baumwollpflanze wird biologisch angebaut. zebra.Redaktionsleiterin Maria Lobis verwies darauf, dass zwei Euro kein Preis sei, zu dem in Europa unter fairen Bedingungen ein T-Shirt verkauft werden könne. Umso wichtiger sei es, auf Vorhandenes zurückzugreifen, erklärte Verena Gschnell, die Bildungsverantwortliche der oew. Sie warb für Tauschpartys und Kleider aus dem fairen Handel. Zwei Drittel der chinesischen Gewässer seien aufgrund der Kleiderproduktion für Europa und Nordamerika verschmutzt.

faesch Refresh in den RappanlagenAußerdem wird in der aktuellen Ausgabe von zebra. das Leben von Martina nachgezeichnet, einer Frau, die 35 Jahre lang im Körper eines Mannes gefangen war. Jugendliche aus Brixen haben hingegen Lebensmittel aus dem Müll gerettet und damit für 30 Menschen im Haus der Solidarität gekocht. Fünf nigerianische Männer berichten hingegen von ihrem Alltag als Bettler. Betteln nehme ihnen die Würde, erklären sie; viel lieber würden sie arbeiten.

Rund 50 Menschen verkaufen die Straßenzeitung zebra. im ganzen Land um jeweils zwei Euro: Ein Euro bleibt ihnen, der zweite geht in die Produktion. Ionel Cirpaci aus Rumänien ist seit zwei Jahren zebra.Verkäufer. Er freut sich über die Stammkundschaft, über die er inzwischen verfügt und über die Bekanntheit von zebra.

zwei rumaenische zebra_Verkaeufer von links Ionel Cirpaci und Daniel Petru UrsuDie Brixner Stadträtin für Schule, Kultur und Soziales Monika Leitner erklärte, sie sei stolz, dass eine Brixner Organisation die erste und einzige Südtiroler Straßenzeitung landesweit auf die Straßen bringe, die so vielen Menschen das Überleben sichere. Thomas Schraffl ist als Stadtrat in Brixen unter anderem für Ortspolizei und Mobilität zuständig: Er begrüßte bei der heutigen zebra.Aktion den Verkauf der Straßenzeitung und hieß die Verkäufer*innen in der Bischofsstadt herzlich willkommen. Sie würden von der Bevölkerung gut aufgenommen, erklärte er, mit der Polizei gebe es keine Probleme.

woll_du

 

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