Europäisches Bahnfunksystem für Vinschger Bahn

by Radio Sonnenschein

Vinschger_BahnLPA – Das Land will die Vinschger Bahn elektrifizieren. Dazu müssen Sicherungsanlagen nach dem europäischen Bahnfunksystem GSM-R bereit stehen. Die Landesregierung hat deshalb auf Antrag von LR Florian Mussner beschlossen, die bestehenden Sendestationen von RAS und Zivilschutz und deren Verbindungen dafür mitzunutzen. „So brauchen wie keine neuen Sendemasten und zudem weniger Antennen“, so Mussner.

Sobald die Vinschger Bahn elektrifiziert ist, wird es keine Signale entlang der Bahnstrecke mehr geben, denn die Züge erhalten ihre Fahr- und Haltebefehle ausschließlich per Datenfunk. „Um einen sicheren, reibungslosen und effizienten Zugverkehr zu gewährleisten, braucht es moderne Zugsicherungssysteme“, betont Mobilitätslandesrat Florian Mussner.

Das Land werde dazu das europaweit übliche GSM-R nutzen, sagt der Landesrat. Das GSM-R (Global System for Mobile Communications – Railway) ist ein Mobilfunksystem, das auf dem Funkstandard GSM aufbaut und für die Sprach- und Datenkommunikation zwischen den Fahrzeugen, mobilen Endgeräten und ortsfesten Einrichtungen, insbesondere für den Datenfunk zwischen Leitstellen und Zügen, also eigens für die Verwendung bei den Eisenbahnen angepasst ist.

„Im Grund funktioniert die Technik ähnlich wie bei der Handykommunikation, nur, dass für die Bahn ein paralleles Netz für die Signalübertragung und Betriebskommunikation aufgebaut werden muss, für das es Sendestationen braucht“, erläutert Mussner.

Die Landesregierung hat auf Antrag von Mussner beschlossen, die  bestehenden fünf Sendestandorte der Rundfunkanstalt Südtirol RAS und der Landesabteilung Zivilschutzes, nämlich Mut, Naturns, St. Martin am Kofel, Laas-RAI und Großmontoni, zu nutzen. „Natürlich ist auch eine Verbindung der Sendeanlagen untereinander notwendig, weshalb wir sowohl die Standortverbindungen der RAS als auch des Zivilschutzes nutzen wollen“, sagt Mussner. Entsprechend biete sich erhöhte Sicherheit, denn wenn eine Verbindung ausfalle, gebe es eine weitere verfügbare, so der Landesrat.

„Auf diese Weise brauchen im Tal und in der Nähe der Wohnzonen keine neue Sendemasten errichtet werden; außerdem sind weniger Antennen notwendig und die Zusammenarbeit der Landesstrukturen untereinander ist jedenfalls sehr begrüßenswert“, fasst Mussner die Vorteile der Nutzung der vorhandenen Strukturen zusammen.

Jene Standorte, die noch kein Notstromaggregat haben, also Naturns, St. Martin am Kofel und Laas, sollen mit einem solchen Stromerzeugungsgenerator für Notfälle ausgerüstet werden.

In einem ersten Schritt soll die Südtiroler Transportstrukturen AG STA zwei Funkverbindungen pro Netz nutzen können. In einem weiteren Schritt könne ein gemeinsamer und gegenseitiger 24-Stunden-Bereitschaftsdienst mit gleicher Beteiligung aller Partner ins Auge gefasst werden, so Mussner.

 

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