Alarm wegen „Mythos“ für Banken: EZB berufte Dringlichkeitssitzung ein
Im Fokus stand ein KI-Modell, das in der Lage sein soll, die Cyberabwehr europäischer Banken zu durchbrechen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte für Dienstag, den 26. Mai 2026 die Banken des Kontinents zu einer Sitzung eingeladen. Dabei will sie den Druck hinsichtlich der Cyberbedrohungen für die IT-Systeme der Banken erhöhen. Auslöser ist Claude Mythos, das neue KI-Modell von Anthropic, das als so leistungsfähig eingeschätzt wird, dass es die derzeit verwendeten Sicherheitsstandards überwinden könnte.
Wie die Financial Times berichtet, beabsichtigt die EZB, die Banken dazu zu drängen, schneller Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Dazu gehört auch die Forderung, dass US-Banken mit fortschrittlicheren Technologien ihre Erkenntnisse und Informationen mit europäischen Instituten teilen.
Anthropic hat im Rahmen des Tests des Modells mit dem Namen „Project Glasswing“ einer begrenzten Anzahl von Organisationen außerhalb Europas – überwiegend in den USA – Zugang zum System gewährt.
Frank Elderson, Mitglied des EZB-Direktoriums und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsgremiums für Banken, erklärte gegenüber der Financial Times, dass Cyberbedrohungen durch Künstliche Intelligenz aufgrund ihrer rasanten Entwicklung „schneller bekämpft werden müssen“. Man wolle seine Einschätzungen hören, Erfahrungen austauschen und die Dringlichkeit dieses Problems hervorheben.
„Es scheint, dass man, wenn einer der großen Softwareanbieter ein Sicherheitsupdate veröffentlicht, die Schwachstelle, die dieses Update beheben soll, per Reverse Engineering analysieren kann – nicht innerhalb von Wochen, sondern möglicherweise innerhalb von nur 30 Minuten“, erklärte Elderson.
„Das bedeutet, dass Banken nach der Veröffentlichung eines Sicherheitsupdates über Prozesse verfügen müssen, die sicherstellen, dass diese Updates wesentlich schneller eingespielt werden als es derzeit den üblichen Marktpraktiken entspricht.“
Quelle: ansa

