Gicht: Schmerzhafte Gefahr bei Übergewicht und purinreicher Ernährung – Videos

by Radio Sonnenschein

Gicht: Schmerzhafte Gefahr bei Übergewicht und purinreicher Ernährung

Mitten in der Nacht hat Frederic D. starke Fußschmerzen: ein Gichtanfall. Mit richtiger Ernährung kann er so etwas vermeiden. Denn Gicht – früher auch „Krankheit der Könige“ genannt – hat mit Übergewicht und falscher Ernährung zu tun. Die genetische Veranlagung spielt zwar eine Rolle, aber eine fettreiche, zuckerlastige und purinhaltige Ernährung erhöht das Risiko für einen Gichtanfall.

Gicht hat den zweifelhaften Ruf als „Krankheit der Könige“, aber für Betroffene ist sie alles andere als ein Vergnügen. Es fühlt sich oft so an, als würde das betroffene Gelenk (meist der große Zeh) regelrecht „explodieren“.

Hier ist ein kompakter Überblick über die Entstehung und was du aktiv dagegen tun kannst.


Was ist Gicht eigentlich?

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Harnsäurespiegel im Blut zu hoch ist (Hyperurikämie). Wenn das Fass überläuft, bilden sich winzige, messerscharfe Harnsäurekristalle, die sich in den Gelenken ablagern und dort schmerzhafte Entzündungen auslösen.

Wie sie entsteht

  • Purine: Unser Körper baut Purine ab (die stecken in Fleisch, Fisch, aber auch in unseren eigenen Zellen). Das Endprodukt dieses Abbaus ist Harnsäure.

  • Die Ausscheidung hakt: Normalerweise entsorgen die Nieren die Harnsäure über den Urin. Bei Gicht-Patienten passiert das entweder zu langsam, oder der Körper produziert schlichtweg zu viel davon.

  • Die Kristallbildung: Steigt der Spiegel über einen kritischen Wert, kristallisieren die Reste aus – wie Zucker in zu süßem Tee, der am Boden fest wird.


Was kann man tun? (Der Schlachtplan)

Man unterscheidet zwischen der Hilfe im akuten Anfall und der langfristigen Vorbeugung.

1. Soforthilfe im akuten Anfall

Wenn der Zeh glüht, hilft meist nur noch die „Feuerwehr“:

  • Kühlen: Eispacks oder kalte Umschläge lindern den Schmerz.

  • Hochlagern: Das betroffene Gelenk entlasten.

  • Viel trinken: Wasser hilft, die Harnsäure zu verdünnen.

  • Medikamente: Hier führt kein Weg am Arzt vorbei (meist kommen Entzündungshemmer wie Ibuprofen, Naproxen oder spezielle Gichtmittel wie Colchicin zum Einsatz).

Zur Senkung des Harnsäurespiegels eignen sich fettarme Milchprodukte, Kaffee, viel Wasser, Gemüse und bestimmte Obstsorten wie Kirschen. Sie fördern die Ausscheidung über die Nieren oder wirken purinarm, während fettreiche Nahrung, Alkohol (besonders Bier) und Fruchtzucker (Softdrinks) zu meiden sind.

Eine pflanzliche, ausgewogene Ernährung ist ideal. Lebensmittel zur Senkung der Harnsäure: Milchprodukte (fettarm): Joghurt, Quark und Milch fördern die Harnsäureausscheidung. Getränke: Mindestens 2-3 Liter täglich (Wasser, ungesüßte Kräuter-/Früchtetees), um die Niere zu spülen.

Kaffee: Kann das Gichtrisiko senken. Gemüse: Die meisten Gemüsesorten, besonders Gurke, Tomate, Kürbis, Brokkoli und Salat. Obst: Vitamin C-reiches Obst, insbesondere Kirschen, haben eine senkende Wirkung.

Komplexe Kohlenhydrate: Vollkornprodukte, Haferflocken. Wichtige Ernährungshinweise: Vermeiden: Innereien, Haut von Geflügel/Fisch, Meeresfrüchte, Alkohol und stark fruchtzuckerhaltige Getränke (Softdrinks).

Gemäßigt: Purinhaltige Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen) in Maßen genießen.

Gewicht: Übergewicht abbauen, aber strenge Fastenkuren vermeiden, da diese den Harnsäurewert kurzfristig erhöhen. Durch den täglichen Verzehr von fettarmen Milchprodukten und reichlich Flüssigkeit kann der Harnsäurespiegel aktiv positiv beeinflusst werden.

 

Gicht: Schmerzhafte Gefahr bei Übergewicht und purinreicher Ernährung

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