Damit die Südtiroler Unternehmen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen berücksichtigt werden bzw. ihre Unterlagen zur Teilnahme an Ausschreibungen einreichen können, müssen sie sich in das dafür vorgesehene Vergabe-Portal des Landes www.ausschreibungen-suedtirol.it einschreiben. Auf den ersten Blick erscheint dieser Schritt vielen Unternehmer/innen aufwändig, aber er lohnt sich. Deshalb unterstützt die Handelskammer Bozen die Betriebe bei der Eintragung in das Portal. 

„Für Südtiroler Betriebe, die sich an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen möchten, ist es wichtig, sich mit dem telematischen System der Auftragsvergabe vertraut zu machen“, unterstreicht Handelskammerpräsident Michl Ebner: „Vor allem für Klein- und Kleinstbetriebe ist die Hemmschwelle oft groß. Deshalb steht die Handelskammer Bozen allen Unternehmen bei der Eintragung zur Seite.“

In Südtirol werden öffentliche Aufträge fast ausschließlich elektronisch vergeben. Über das ISOV-Portal (Informationssystem Öffentliche Verträge), das von der AOV – Agentur für öffentliche Verfahren betrieben wird, werden Güter angekauft und Arbeiten und Dienstleistungen vergeben. Es bietet die Möglichkeit, lokale und oftmals auch kleinere Unternehmen zu beauftragen, vorausgesetzt diese sind im Portal eingetragen. Für die Eintragung in das Vergabeportal benötigen die Unternehmen eine digitale Unterschrift und eine zertifizierte E-Mail-Adresse (PEC). Die digitale Unterschrift kann ebenfalls bei der Handelskammer beantragt werden.

„Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist ein Prozess, der nicht mehr aufzuhalten ist. Der anfängliche Aufwand der Registrierung lohnt sich aber in jedem Fall, denn nur Unternehmen, die im Vergabe-Portal eingetragen sind, können bei Ausschreibungen berücksichtigt werden bzw. eine Einladung erhalten, ein Angebot abzugeben“, erklärt der Generalsekretär der Handelskammer, Alfred Aberer.

Bei umfangreicheren Aufträgen gibt es für größere Unternehmen die Möglichkeit, sich bei einer öffentlich-privaten Partnerschaft zu beteiligen. Hier wird die Arbeit zwischen der öffentlichen Verwaltung und dem privaten Partner aufgeteilt. Erstere trägt die Verantwortung, dass gemeinwohlorientierte Ziele verfolgt werden, wohingegen das private Unternehmen dafür Sorge trägt, dass die Leistung effizient erbracht wird.

Diese PPPs (Englisch: Public-Private-Partnerships) eignen sich besonders gut für Infrastrukturmaßnahmen wie zum Beispiel Schulen oder Straßen. Die Projekte können durch die Nutzung von privatem Know-how wirtschaftlicher realisiert werden. Das WIFI, der Service für Weiterbildung und Personalentwicklung der Handelskammer, organisiert im Frühjahr eine Informationsveranstaltung sowie eine Fortbildung zum Thema PPP, bei der sich die Unternehmer/innen über diese Kooperationen informieren können.

Weitere Informationen erteilt die Handelskammer Bozen, Ansprechpartner Luca Filippi, Tel. 0471 945 610, E-Mail: luca.filippi@handelskammer.bz.it