Inhaltsverzeichnis
1. Kosten-Nutzen-Abwägung
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DAB+ kostet Geld: Sender müssen Multiplex-Rechte kaufen, Infrastruktur aufbauen oder mieten, laufende Betriebskosten für Technik und Wartung.
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ORF hat bereits eine sehr hohe Reichweite über FM (UKW), Kabel und Satellit. Die Frage ist: Lohnt sich die zusätzliche Investition, wenn die meisten Hörer eh schon auf FM zugreifen?
2. Technische Prioritäten
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ORF betreibt schon digitale Plattformen: HbbTV, Internet-Streams, Apps.
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Statt also massiv in DAB+ zu investieren, setzt man auf Plattformen, die flexibler sind und Hörer erreichen, die ohnehin online unterwegs sind.
- DAB+ könnte eher eine Nische bleiben – etwa für Menschen ohne stabile Internetverbindung, oder als Redundanzsystem. Online-Streaming wird vermutlich der Standard sein.
3. Politik und Regulierung
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DAB+ wurde in Österreich gefördert, aber der ORF hat keine Pflicht, sein Hauptprogramm vollständig darüber auszustrahlen.
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Es gibt teilweise Pilotprojekte (z. B. ORF-Radio Österreich 1 Digital), aber Ö3 über DAB+ würde bedeuten, dass man in Konkurrenz zu eigenen FM-Hörern geht.
4. Hörer- und Autofahrergewohnheiten
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Viele Autofahrer hören Ö3 via UKW. Um die Umstellung auf DAB+ zu forcieren, müsste der ORF massiv auf Marketing und Aufklärungsarbeit setzen – das kostet auch Geld.
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Solange der Großteil der Hörer via FM erreicht wird, gibt es wenig Druck, Ö3 digital zu senden.
Kurz gesagt: es ist eine strategische Mischung aus Kosten, Reichweite, technologischem Fokus und regulatorischem Rahmen. DAB+ wird vom ORF eher für Nischen- oder Zusatzprogramme genutzt, nicht für das Kernprogramm Ö3.
Die Entscheidung des ORF, seine Hauptprogramme wie Ö3, Ö1 und FM4 nicht über DAB+ in Österreich auszustrahlen, ist in der Tat bemerkenswert, zumal der ORF in Südtirol bereits über DAB+ sendet. Diese Diskrepanz wirft Fragen auf, die auf strategische und infrastrukturelle Überlegungen des ORF hindeuten.
DAB+ in Österreich – Aktuelle Situation
In Österreich ist DAB+ seit Mai 2019 verfügbar und erreicht derzeit etwa 83 % der Bevölkerung. Im Juni 2024 wurden 28 neue DAB+ Sender in verschiedenen Regionen gestartet, wodurch das Gesamtangebot auf 58 Sender anstieg. radioszene.de Diese Entwicklung zeigt ein wachsendes Interesse und eine zunehmende Verbreitung von DAB+ im Land.
KroneHit kritisiert die Vermarktung von DAB+ als „Frontalangriff auf UKW.
ORF und DAB+ – Warum keine Ausstrahlung in Österreich?
Trotz der positiven Entwicklung von DAB+ in Österreich verzichtet der ORF darauf, seine Hauptprogramme über diesen Standard auszustrahlen. Stattdessen setzt der ORF auf Online-Plattformen wie ORF Sound und plant die Nutzung von 5G Broadcast als zukünftige Technologie. DIGITAL FERNSEHEN Diese Entscheidung könnte durch verschiedene Faktoren beeinflusst sein:
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Kosten-Nutzen-Abwägung: Die Umstellung auf DAB+ erfordert erhebliche Investitionen in Infrastruktur und Technik. Angesichts der bereits bestehenden Reichweite über UKW und Kabel könnte der Nutzen als begrenzt angesehen werden.
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Technologische Ausrichtung: Der ORF verfolgt eine Strategie der Digitalisierung über Online-Plattformen und zukünftige Technologien wie 5G Broadcast, die eine größere Flexibilität und Reichweite versprechen.
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Regionale Unterschiede: In Südtirol, das politisch zu Italien gehört, sendet der ORF bereits über DAB+. Dies könnte auf regionale Unterschiede in der Medienpolitik und Infrastruktur zurückzuführen sein.
Fazit
Die Entscheidung des ORF, DAB+ in Österreich nicht zu nutzen, ist ein strategischer Schritt, der auf Kosten-Nutzen-Überlegungen und technologischer Ausrichtung basiert. Obwohl DAB+ in anderen Ländern und Regionen erfolgreich ist, verfolgt der ORF einen anderen Ansatz, der auf digitalen Plattformen und zukünftigen Technologien setzt. Diese Strategie könnte sich als vorausschauend erweisen, wenn sich die Medienlandschaft weiter digitalisiert.
1. DAB+ – Chancen und Grenzen
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Vorteile: Effiziente Nutzung des Spektrums, viele Sender auf einem Kanal, gute Audioqualität, Stabilität bei der Übertragung (kein Dropout wie bei FM).
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Nachteile: Reichweite ist begrenzt, besonders in ländlichen Regionen; Investitionen in Infrastruktur nötig; Empfang hängt vom Gerät ab – viele Autos und Haushalte müssen erst umrüsten.
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Markttrends: In einigen Ländern (UK, Norwegen) wird DAB+ aktiv gefördert, in Deutschland bisher eher Stückwerk. Akzeptanz hängt stark von Autoherstellern und Endgeräten ab.
2. Online-Internet-Radio – Vorteile durch Mobilfunk
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Flexibilität: Überall dort verfügbar, wo Internet oder Mobilfunk vorhanden ist.
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Personalisierung: Hörer können eigene Streams wählen, interaktiv teilnehmen, Playlists beeinflussen.
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Zukunftstechnologie: Mit 5G/6G werden Latenz, Streaming-Qualität und globale Verfügbarkeit massiv besser. Audio-Streaming kann dann auch unterwegs hochauflösend, verzögerungsfrei und datenoptimiert erfolgen.
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Kosten: Keine großen Infrastrukturkosten für Sender (kein Funkmast nötig), nur Serverkapazität.
3. Prognose:
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Kurz- bis mittelfristig (5–10 Jahre): DAB+ wird in etablierten Märkten noch eine Rolle spielen, vor allem für klassische Radiosender, die Hörer in Autos oder Regionen mit schwachem Mobilnetz erreichen wollen.
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Mittelfristig: Online-Radio wird dominanter, gerade durch die Verbreitung von 5G/6G, Smartphones und Smart-Speakern. Interaktivität, Personalisierung und globale Reichweite sprechen klar dafür.
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Langfristig: DAB+ könnte eher eine Nische bleiben – etwa für Menschen ohne stabile Internetverbindung, oder als Redundanzsystem. Online-Streaming wird vermutlich der Standard sein.


