BOZEN/TRIENT/VENEDIG (LPA). Die Wasserknappheit im Einzugsgebiet der Etsch nimmt weiter zu. Aufgrund der anhaltenden Hitze, der geringen Niederschläge und der vollständig aufgebrauchten Schneereserven hat die Ständige Beobachtungsstelle zur Nutzung der Wasserressourcen in den Ostalpen am Dienstag (14. Juli 2026) die Warnstufe für Wasserknappheit von niedrig auf mittel angehoben.
Inhaltsverzeichnis
Wasser bewusst und sparsam nutzen
Die anhaltend hohen Temperaturen, der fehlende Regen und der gleichzeitig hohe Wasserverbrauch verschärfen die Situation zunehmend. Um die Trinkwasserversorgung im Unterlauf der Etsch langfristig zu sichern, wurde die Warnstufe erhöht.
Die Beobachtungsstelle fordert das Land Südtirol, die Provinz Trient und die Region Veneto auf, weitere Maßnahmen zum Wassersparen umzusetzen. Gleichzeitig werden Bevölkerung, Landwirtschaft und Wirtschaft dazu aufgerufen, Wasser möglichst sparsam und bewusst zu verwenden.
Abfluss der Etsch deutlich unter dem Mindestwert
Für die Bewertung der Wasserlage ist der Abfluss der Etsch an der Messstelle Boara Pisani unterhalb von Rovigo entscheidend. Dort müssen mindestens 80 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fließen. Nur so kann verhindert werden, dass Salzwasser aus der Adria in den Fluss eindringt und die Trinkwasserbrunnen im betroffenen Gebiet beeinträchtigt.
In den vergangenen Tagen – insbesondere an den Wochenenden – lag der gemessene Abfluss jedoch deutlich unter diesem Grenzwert. Dadurch hat sich die Lage weiter verschärft. Nach Einschätzung der Beobachtungsstelle steht derzeit nicht genügend Wasser zur Verfügung, um sämtliche Bedürfnisse vollständig zu decken.
Gewitter bringen keine Entspannung
Auch die Gewitter und Unwetter am Dienstagabend (14. Juli 2026) konnten die Wasserknappheit nicht spürbar lindern. Dafür wären mehrere Tage mit ergiebigen Niederschlägen sowie deutlich niedrigere Temperaturen erforderlich.
Am Donnerstag (16. Juli 2026) kommt das Wassernotstandskomitee des Landes Südtirol zusammen. Dabei sollen weitere Maßnahmen beraten werden, um auf die anhaltende Wasserknappheit zu reagieren und die Versorgung langfristig sicherzustellen.


