Raika Lana

Wenn der Junior Chef wird

by Radio Sonnenschein

Fachtagung_der_HGJ_und_EURACFachtagung der HGJ und der EURAC zur Betriebsnachfolge im Hotel- und Gastgewerbe

Bozen – Um die Herausforderungen, die auf die Junggastwirte zukommen, wenn sie einen Gastbetrieb übernehmen, ging es bei der Fachtagung, zu der die Hoteliers- und Gastwirtejugend (HGJ) heute gemeinsam mit dem EURAC-Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement eingeladen hat.

 

»Die Betriebsnachfolge ist in jedem Unternehmen ein wichtiges Thema, an das oft zu wenig bzw. zu spät gedacht wird«, begründete HGJ-Obmann Anton Dalvai die Themenwahl für die Fachtagung. Es sei wichtig, dass die Übergeber und die Übernehmer offen über ihre Vorstellungen und Erwartungen sprechen und dass die Betriebsübergabe gezielt geplant wird.

Dass die Betriebsnachfolge ein Thema ist, das den Hoteliers unter den Nägeln brennt, betonte auch Harald Pechlaner, Leiter des EURAC-Instituts für Regionalentwicklung und Standortmanagement. Er verwies darauf, dass die Nachfolger auch heute noch nicht ausreichend auf die zukünftigen Aufgaben vorbereitet werden. »Schon in dem Moment, wenn man selbst den Betrieb von den Eltern übernimmt, muss man beginnen, an die Übergabe des Betriebs an die nächste Generation zu denken«, formulierte Pechlaner überspitzt seinen Aufruf an die Gastwirtefamilien, sich möglichst früh mit dem Thema Betriebsnachfolge auseinanderzusetzen.

Alois Kronbichler von der Unternehmensberatung »Kohl & Partner« zählte bei der Fachtagung sieben »Kardinalfehler« auf, die bei der Übergabe bzw. Übernahme von Gastbetrieben immer wieder gemacht werden und zeigte den mehr als 200 anwesenden Gastwirtinnen und Gastwirten, wie sie die Betriebsübergabe optimal gestalten können. Unter anderem gab Kronbichler den Ratschlag, klar zwischen »Privatfamilie« und »Betriebsfamilie« zu trennen und bewusst Zeiträume zu schaffen, in denen nicht über den Betrieb gesprochen wird.

Über die rechtlichen Aspekte der Betriebsübernahme informierte Ester Demetz, Leiterin der HGV-Rechtsabteilung und HGV-Vizedirektorin.

HGV-Präsident Walter Meister rief die Übergeber der Gastbetriebe auf, mutige Entscheidungen zu treffen und sich im Prozess der Betriebsübergabe eventuell von einem professionellen Berater begleiten zu lassen.

Wie die junge Generation den elterlichen Gastbetrieb erfolgreich weiterführen und dabei das Lebenswerk der Eltern erhalten kann, zeigte die Mediatorin Daniela Sarrazin bei der Fachtagung auf.

Jürgen Stadelmann, Erfolgscoach der DEHOGA-Akademie Baden Württemberg, sprach über den feinen Unterschied zwischen einem Vorgesetzten und einer Führungskraft. »An eine Führungskraft werden heute andere Anforderungen gestellt als noch vor Jahren. Die Führungskraft ist Visionär, Unternehmenslenker und Vorbild«, betonte Stadelmann.

Aufgelockert wurde die Fachtagung durch interessante Erfahrungsberichte von jungen Gastwirtinnen und Gastwirten. Oliver Call vom Wellnesshotel »Almhof Call« in St. Vigil i.E., Hiltrud Gufler vom Hotel »Ansitz Golserhof« in Dorf Tirol und Elisabeth Rabensteiner vom »Ansitz zum Steinbock« in Villanders erzählten, wie sie die Betriebsübernahme gestaltet haben.

Im Bild: Die Referenten und die Moderatoren der Fachtagung.

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