Alps Move am Samstag, 24. Oktober im Kloster Neustift: Ein choreografischer Parcours durch verschiedene Räumlichkeiten

by Radio Sonnenschein
ALPSMOVE-InBalance

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Am 24. Oktober 2026 bespielt das Tanzfestival Alps Move zum Abschluss der diesjährigen Ausgabe, erstmals die Räume des Klosters Neustift in Vahrn: Ab 19 Uhr entfaltet sich ein choreografischer und performativer Parcours durch die verschiedenen Räume des geschichtsträchtigen Gebäudes, mit sechs aufeinanderfolgenden Stationen aus Musik, Installation und Tanz. Reflektiert und erforscht werden dabei Themen wie Mutterschaft, das Verhältnis zu Natur und Tradition, Vertrauen sowie die Notwendigkeit, Sanftheit und Festigkeit auszubalancieren. Kreiert haben die Werke u.a. Sabrina Fraternali, Marika Rainer, Claudia Tomasi oder Simone und Elisabeth Oberrauch.  Das Festival steht in diesem Jahr unter dem Motto „Finding Balance in Uncertain Times“, die künstlerische Koordination haben Doris Plankl und Martina Marini inne.

 

ALPSMOVE-Habit_c_OberrauchBertinelli

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Die sechs Stationen im Überblick 

„Paysage Mère“ – Sabrina Fraternali, Marika Rainer, Sylvie Riant

In den ersten Wochen nach der Geburt öffnet sich ein Raum zwischen Erschöpfung und Staunen, in dem nichts feststeht und sich alles verändert. „Paysage Mère“ nähert sich diesem Zustand als begehbare Installation: Gesang und Wiegenlieder durchziehen den Raum wie Dunst – mal kaum greifbar, mal körperlich spürbar. Die Performance verweilt in der Transformation, die eine Frau mit der Geburt eines Kindes durchlebt, und lädt ein, Mutterlandschaften als Zeug*innen zu betreten.

Sabrina Fraternali choreografierte 2026 die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele „ON FIRE“ und entwickelt daneben Dance-for-Health- und Community-Dance-Programme. Marika Rainer, ausgebildet am Mozarteum Salzburg, wurde 2025 mit dem Nestroy-Preis für die beste Off-Theater-Produktion ausgezeichnet. Die in Südtirol lebende französische Künstlerin Sylvie Riant studierte Bildhauerei an der ENSBA Paris und Kunsttherapie an der Universität Paris V; ihre Arbeiten waren u. a. im Museion Bozen und im Ferdinandeum Innsbruck zu sehen.

„Crolli Silenziosi – Stille Einstürze“ – Claudia Tomasi

Wie bewegt sich ein Körper, wenn er zuhört? Ausgehend von einer langjährigen künstlerischen Praxis in Naturlandschaften entsteht eine choreografische Installation zwischen Tanz, Klang, Material und Mythos. Zwei Tänzerinnen begegnen Steinen als Zeitzeugen und Trägern von Erinnerung. Inspiriert von der Dolomitensage der Tanna erkundet die Performance Fragilität, Transformation und die Balance zwischen Kollaps und Aufrichtung.

Claudia Tomasi arbeitet als freischaffende Tänzerin und Choreografin in Berlin und ihrer Südtiroler Heimat und arbeitet seit 2012 mit ihrem Bruder, dem Klangkünstler Benjamin Tomasi.

ALPSMOVE-CrolliSilenziosi_c_BarbaraCali

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„Add>Softness“ – 3K Collective

Die Arbeit von 3K widmet sich der Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Sanftheit und Robustheit. In einer von Leistungsansprüchen geprägten Gegenwart fragt das Stück, wie Sanftheit nicht nur bewahrt, sondern kultiviert werden kann. Die Performerinnen experimentieren dabei mit Stimme, Geräusch und Bewegung zwischen den automatisierten Abläufen am Schminktisch und dem Anlegen einer Hockeymontur. 3K ist ein Kollektiv, gegründet von Marika Rainer (Gesang), Sabrina Fraternali und Greta Schuster (Tanz) sowie Michèle Schladebach (Klavier/Komposition). „Add>Softness“ ist ihr drittes gemeinsames Projekt.

„In Balance (Auf Messers Schneide)“ – Rixa Rottonara

Vertrauen ist eines der fundamentalen Elemente menschlicher Beziehungen. Das Seil wird in dieser Arbeit zum zentralen Symbol fragiler Balance: Es kann retten und fesseln, sichern und bedrohen. In der Kunst des Shibari wird das Seil zum Ausdruck tiefen Vertrauens – wer sich binden lässt, begibt sich in die Hände eines anderen. Getanzt wird die Performance von Iris Gonzales und Rixa Rottonara selbst. Rixa Rottonara ist interdisziplinäre Künstlerin, Akrobatin und Gründerin von Rottenart Productions; sie lebt zwischen Berlin und Italien und realisierte u. a. Projekte für Milano Cortina 2026.

ALPSMOVE-CrolliSilenziosi_c_BarbaraCal

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„Clowds“ – IDEA-tanztheaterperformance

Wolken stehen für das Element Luft, für Freiheit, Leichtigkeit und Wandlungsfähigkeit. Das Video „Clowds“ von Doris Plankl und Remo Rostagno, entstanden 1998, entfaltet an diesem Ort eine besondere Resonanz: Der Ausblick durch das gegenüberliegende Fenster auf die umgebende Natur des Klosters erweitert den Bildraum des Videos und lässt Werk, Architektur und Landschaft zu einem zusammenhängenden Wahrnehmungsraum verschmelzen.

„Habit“ – Elisabeth & Simone Oberrauch, Massimo Bertinelli

Im Dialog mit der Papierskulptur von Elisabeth Oberrauch beschreiten, bewegen und beleuchten Simone Oberrauch und Massimo Bertinelli die Räume der Stiftsbibliothek. Skulptur, Klang und Bewegung treten in Dialog mit Architektur und Geschichte der Bibliothek und offenbaren ein poetisches, performatives Körpertheater. In einer Zeit des schnellen Wissens lädt „Habit“ zum Verlangsamen und Innehalten ein.

Simone Oberrauch, ausgebildet an der Schule für Bühnenkunst Berlin, ist seit 2023 künstlerische Leiterin der Cie. ATZAR. Massimo Bertinelli blickt auf mehr als 25 Jahre Erfahrung als Choreograf, Tänzer und Komponist zurück und war an rund zwanzig internationalen Produktionen beteiligt. Elisabeth Oberrauch arbeitet seit über vierzig Jahren in den Bereichen Malerei, Papierkunst, Künstlerbücher und Land Art.

 

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