Vor Kurzem trafen sich die Jugendreferentinnen und Jugendreferenten des Burggrafenamtes zu einer gemeinsamen Klausur in Aschbach. Organisiert wurde die Tagung von Hannes Wieser,
Gemeindereferent in Algund, und Reinhard Bauer, Referent der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt, gemeinsam mit dem Jugenddienst Meran. Im Mittelpunkt standen zwei Themen,
die das gesellschaftliche Zusammenleben im Bezirk wesentlich prägen: leistbares Wohnen und nachhaltige Mobilität.
Zum Thema geförderter Wohnbau gab Olaf Lutz Einblicke in die aktuelle Situation, neue Entwicklungen und mögliche Perspektiven. Reinhard Bauer stellte erstmals die Idee eines „Mietservice Burggrafenamt“ vor. Das Konzept sieht vor, leerstehende private Wohnungen für Menschen mit regelmäßigem Einkommen zugänglich zu machen und durch eine verlässliche Begleitung Sicherheit auch für Vermietende zu schaffen. Die Überlegungen werden derzeit vertieft und sollen dem Land als möglicher neuer Lösungsansatz für den angespannten Mietmarkt vorgeschlagen werden.
„„Leistbares Wohnen ist das Um und Auf, wenn wir wollen, dass junge Menschen hierbleiben oder nach Ausbildung und Studium wieder zurückkommen“, betont Hannes Wieser. „Dafür müssen wir auch neue Wege andenken. Ein konkreter Ansatz wäre, einen Teil der Einnahmen aus der Super-GIS gezielt für leistbares Wohnen einzusetzen – etwa um Mietkosten zu reduzieren. Ähnlich wie bei den Umweltgeldern sollten diese Mittel zweckgebunden dort eingesetzt werden, wo die Belastung entsteht und wo sie den Menschen unmittelbar zugutekommen“, betont Hannes Wieser.
Der zweite Themenblock galt der Mobilität und insbesondere dem Ausbau des zweiten Bahngleises zwischen Meran und Bozen. Dieses Jahrhundertprojekt ist weit mehr als ein Verkehrsprojekt: Es betrifft den Klimaschutz, den Wirtschaftsstandort, die Erreichbarkeit der Gemeinden und die Lebensqualität im gesamten Burggrafenamt. Bauer stellte das Vorhaben und den aktuellen Planungsstand vor.
Als Gastreferent berichtete der ehemalige Landesrat und LH-Stv. Richard Theiner von seinem Einsatz für die Realisierung der Vinschger Bahn. Seine Erfahrungen zeigten, dass auch große und Klausur der Jugendreferentinnen und Jugendreferenten | 29. August 2026 zunächst schwer umsetzbar erscheinende Vorhaben verwirklicht werden können, wenn politischer Wille, Ausdauer und eine klare Perspektive vorhanden sind.
Zu beiden Themen entwickelte sich eine intensive und offene Diskussion. Dabei wurde deutlich:
Junge Menschen wollen nicht erst gefragt werden, wenn Entscheidungen bereits gefallen sind. Sie wollen ihre Erfahrungen, ihre Erwartungen und ihre Ideen frühzeitig einbringen – und tun dies auch ganz konkret.
„Wer Jugendpolitik ernst nimmt, muss jungen Menschen Raum geben – nicht nur in Sonntagsreden, sondern dort, wo Entscheidungen vorbereitet werden. Politik muss gemeinsam mit der Jugend entstehen“, ist Reinhard Bauer überzeugt.


