Mittwoch, 8. Oktober 2025 40 Jahre Fairer Handel: Der Bozner Weltladen feiert Jubiläum

40 Jahre Weltladen Bozen: Faire Ideen, die die Welt verändern

by Radio Sonnenschein
40 Jahre Weltladen Bozen: Faire Ideen, die die Welt verändern

40 Jahre Weltladen Bozen: Faire Ideen, die die Welt verändern

Jubiläumsfeier mit Ausstellung, Verkostungen und Rückblicken auf vier Jahrzehnte gelebte Solidarität

Bozen. Seit nunmehr vier Jahrzehnten beweist der Bozner Weltladen, dass Handel auch ohne Profitstreben und unter fairen Bedingungen für Produzent*innen im Globalen Süden funktionieren kann. Am 11. Oktober 2025 lädt die Sozialgenossenschaft von 10:00 bis 12:30 Uhr in ihre Räumlichkeiten in der Südtiroler Straße 6 ein, um das 40-jährige Bestehen zu feiern – mit Rückblicken, Verkostungen und einer eindrucksvollen Fotodokumentation.

Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch – genauer gesagt: die Produzentinnen des Globalen Südens. Eine Ausstellung zeigt Bilder aus vier Jahrzehnten Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika und Asien. Die Fotografien stammen größtenteils von Rudi Dalvai, Mitbegründer und Präsident des Weltladens, der im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit unzählige Produzentinnen persönlich kennengelernt hat.

„Die Menschen und die Geschichten hinter den Produkten sollen sichtbar werden. Wir wollen zeigen, was Fairer Handel konkret bewirken kann“, betont Dalvai, der auch Gründungsmitglied von Altromercato und ehemaliger Präsident der Weltorganisation des Fairen Handels (WFTO) ist.

Ein eindrucksvolles Beispiel für die Wirkung des Fairen Handels ist die nicaraguanische Kaffeeorganisation Soppexcca. Sie setzt auf umweltschonende Agroforstwirtschaft, fördert Frauenprojekte und vergibt Stipendien – bereits 50 Jugendliche konnten dadurch ein Studium der Agroökologie beginnen. Auch die philippinische Organisation PREDA zeigt, wie Fairer Handel soziale Veränderungen anstoßen kann: Durch faire Preise für Mangos wird Kinderarbeit verhindert, während die PREDA Foundation Therapie- und Ausbildungsprogramme für junge Menschen unterstützt, die Opfer sexueller Ausbeutung wurden.

Ob Kaffee aus Nicaragua oder Mangos von den Philippinen – die Produkte im Bozner Weltladen stammen ausschließlich von Organisationen, die auf gerechte Handelsbedingungen setzen. Die Bozner Sozialgenossenschaft selbst arbeitet ohne Gewinnabsicht: Die Einnahmen decken lediglich die laufenden Betriebskosten. Dasselbe gilt für die Partnernetzwerke Altromercato, GEPA und EZA, die den Fairen Handel europaweit fördern.

Neben der Ausstellung dürfen sich Besucher*innen auf Kaffee, Verkostungen fair gehandelter Produkte und persönliche Einblicke in die Geschichte des Weltladen Bozen freuen.

Als der Weltladen 1985 von den Brüdern Rudi und Hansi Dalvai sowie Martin Mair gegründet wurde, galt die Idee – handgetischlerte Möbelstücke aus Bangladesch auf dem Waltherplatz zu verkaufen – als utopisch. Vierzig Jahre später ist der Faire Handel in Bozen gelebte Realität – und hat das Leben Tausender Produzent*innen weltweit nachhaltig verändert.

40 Jahre Weltlaten Bozen

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